Dänische Aebleskiver

Sonntag, 21. Mai 2017


Über 2 Jahre hat es nun gedauert, dass sich 4 verschiedene Frauen, aus verschiedenen Ecken, mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und einem gemeinsamen Hobby wieder getroffen haben.

Anfang 2015 haben Laura, Jutta und ich ein Wochenende bei fräulein glücklich im Zillertal gewonnen. Wie haben schöne Tage mit essen, backen, fotografieren und natürlich viel Spaß verbracht. Mit dem Versprechen uns wieder zu treffen, sind wir auseinander gegangen.

Nach einigen Anläufen ist es uns tatsächlich gelungen, einen Termin für unser Revival zu finden. Im März hat uns Jutta in ihre schöne Heimatstadt München eingeladen. Bei herrlichem Wetter sind wir über den Daglfinger Flohmarkt flaniert, haben das Flair am Viktualienmarkt inhaliert und im Biergarten eine bayrisch guate Brotzeit mit Weißbier genossen.
Den Sonntag Nachmittag vor der Abreise haben wir auf Juttas Terrasse verbracht. Zum Kaffee hat sie uns was wahnsinnig leckers zubereitet: Poffertjes. Kleine Bällchen die außen kross, und innen total fluffig sind. Noch warm mit Staubzucker bestreut und mit Marmelade oder Nuss-Nougat-Creme serviert.


Diese kleinen runden Dinger sind mir zu Hause nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich hab ein bissl recherchiert, und die dafür notwendige  „Augen-Pfanne“ oder "Poffertjes-Pfanne" online bestellt. Meine hat 7 Ausbuchtungen und einen Durchmesser von 18 cm.
Auf Pinterest habe ich dieses dänisches Rezept gefunden und leicht abgewandelt. In Dänemark gehören Aebleskiver tratitionell zum Weihnachtsfest. Ich finde, die Bällchen sind unbedingt ganzjahrestauglich ;-)
Bei der lieben Jutta findet ihr das Rezept, das mich zu diesem Post inspiriert hat. Viel Spaß beim Ausprobieren!


Zutaten:
250 g Mehl
1/2 TL Kardamom
1/4 TL Salz
1/2 TL Natron
2 EL Vanillezucker
400 ml Buttermilch
100 g Butter, geschmolzen und abgekühlt
3 Eier
25 g Staubzucker



Zubereitung:
Eier trennen. Eiweiß mit einer Prise Salz halbsteif schlagen, Staubzucker zugeben, und zu einer glänzenden, steifen Masse rühren.

Dotter mit Mehl, Kardamom, Salz, Natron und Vanillezucker mit dem Mixer verrühren. Unter Rühren erst Buttermilch, dann geschmolzene Butter zugeben. Mit einem Schneebesen das steifgeschlagene Eiweiß unterheben.

Eine "Poffertjespfanne" auf dem E-Herd bei mittlerer Hitze aufheizen. Jede Einbuchtung mit ein wenig Butter (mit einem hitzebeständigen Pinsel) ausfetten, und mit einem Esslöffel den Teig einfüllen. Wenn die Ränder braun werden, mit Hilfe eines Holzstäbchens oder einem Holzspieß wenden. Ein schöneres Ergebnis bekommt man, wenn man die Bällchen erst um 90° aufstellt, noch ein wenig Teig nachfüllt, und dann erst umdreht. Dann werden die Dinger nämlich schön rund.
Kim hat eine schöne bebilderte Anleitung auf dem Blog.

Wenn auch die Unterseite schön gebacken ist, die Aebleskiver auf ein Teller geben, mit Staubzucker bestreuen und am Besten noch warm genießen. Wir haben die Bällchen mit Preiselbeermarmelade und Nutella (sauguat) gegessen.

Falls mal welche übrig bleiben: die Aebleskiver sind am nächsten und übernächsten Tag auch noch gut genießbar (ev. etwas erwärmen). Einfrieren und auftauen funktioniert auch Bestens!
Mein Neffe Andreas und meine Nichte Ida waren jedenfalls schwer begeistert von den Bällchen!
Rezeptquelle: Nordic Food & Living

Rahmgugelhupf mit Nuss Nougat

Samstag, 13. Mai 2017


Oafoch. Und Guat. Den Gugelhupf kann man nicht neu erfinden. Aber wunderbar abwandeln.

Meine Inspiration habe ich diesmal vom "Grabnerhof Kochbuch", dessen Erstauflage im Jahre 1913 erschienen ist. Die 10. Auflage hat meine Tante Emma 1952 zu Weihnachten bekommen. An Bildern wurde damals gespart. Lediglich ein paar Zeichnungen sind darin zu finden. Die Rezepte sind sehr reduziert gehalten.

Neugierig gemacht hat mich dann das Rezept 750. Der "Rahmkuchen". Ich habe das Original-Rezept ausprobiert, und für okay befunden. Nach einigen Verfeinerungs-Schritten (3 Eier und ein viertel Liter Rahm- diese Zutaten(mengen) sind gleich geblieben) ist dieser Gugelhupf bei mir herausgekommen.

Einfach. Und gut. Serviert mit frischen Beeren und reichlich Schlagrahm ein perfekter Frühlings-Genuss.

Ich habe den Gugelhupf in der IB LAURSEN Backform "Mynte" gebacken (keine Werbung, nur Info ;-) ) - diese ist etwas kleiner als die herkömmlichen Gugelhupfformen.


Zutaten (meine Gugelhupf-Form hat ein Fassungsvermögen von 1,5l):
3 Eier
160 g Backzucker oder Feinkristallzucker
1 Vanillezucker
200 g Mehl
1/2 Packung Backpulver
250 ml Rahm/Sahne
80 g Nuss Nougat
2 EL Rum

Außerdem:
Staubzucker zum Bestreuen
Beeren zum Garnieren
Rahm/Sahne zum Servieren

Anmerkung: mit Nuss Nougat fällt der "dunkle" Teil etwas heller aus. Dieser Backversuch war der erste- mit Kakaopulver. Bitte um Verzeihung. Die Fotos schon im Kasten- und ich habe mich für den 2. Backversuch entschieden ;-)

Zubereitung:
Backofen auf 175°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Gugelhupfform befetten und bemehlen.
Nuss Nougat über Wasserdampf schmelzen. Rahm/Sahne halbsteif schlagen, inzwischen beiseite stellen. Mehl mit Backpulver versieben.

Die Eier mit Zucker und Vanillezucker mit der Küchenmaschine oder dem Mixer cremig aufschlagen. Abwechselnd Mehl und Rahm mit dem Schneebesen unterheben. Die Teigmasse teilen. Eine Hälfte in die vorbereitete Form füllen. In die zweite Hälfte geschmolzenen Nuss Nougat und Rum unterrühren, über der hellen Teigmasse verteilen. Mit einer Gabel oder dem Stiel eines Kochlöffels einmal rundum durch den Teig fahren, damit sich hell und dunkel etwas vermischen.

Ca. 40 - 45 Minuten backen (Stäbchenprobe) anschließend auf einem Kuchengitter überkühlen lassen, mit einem Messer vorsichtig den Rand etwas lockern, und stürzen. Mit Beeren gernieren, mit Staubzucker bestauben und mit steif geschlagenem Rahm servieren.



Gedeckter Erdbeer-Rhabarberkuchen

Sonntag, 7. Mai 2017


Meine Kollegen mussten sich letztens für eine wahnsinnig langwierige Verkostungs-Reihe meiner Backversuche zur Verfügung stellen. Es sollte etwas mit Erdbeeren und Rhabarber werden. Angefangen habe ich mit einem amerikanischen Strawberry Rhubarb Pie. Hat wirklich toll ausgesehen. Geschmacklich war der Teig allerdings viiieel zu dick...und im Endeffekt der Kuchen "teigig".

Na gut. Das nächste Projekt. Erdbeer-Rhabarber-Crumble. Eine kulinarische Katastrophe. Das konnte ich nicht mal mehr meinen Arbeitskollegen mitbringen- und die mögen und essen wirklich alles ;-)

Als Folge meiner missglückten Backwerke habe ich mich auf das Altbewährte besonnen. Mir ist eines unserer Familienrezepte eingefallen: der gedeckte Apfelkuchen. Das musste doch auch mit Erdbeeren und Rhabarber funktionieren! Hat es! Meine Testesser waren von dem Ergebnis sehr angetan- und ich glücklich, dass ich auf Umwegen doch noch einen wunderbaren Kuchen aus dem Backofen holen konnte.


Zutaten Mürbteig (Tarteform 24 cm Durchmesser):
210 g glattes Mehl
140 g Butter
70 g Staubzucker
1 Prise Salz
1 Ei verquirlt (ca. 2/3 für den Teig, 1/3 zum Bestreichen zurück behalten)

Zutaten für die Fülle:
400 g Rhabarber
350 g reife Erdbeeren
80 g brauner Zucker
1 Vanillezucker
fein abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
3 EL Vanillepuddingpulver


Zubereitung Teig:
Aus den Zutaten rasch einen glatten Mürbteig kneten. BITTE BEACHTEN: NICHT das GANZE Ei verwenden- etwa 1/3 davon zum Bestreichen beiseite stellen. Den Teig halbieren, jeweil zu einer Scheibe formen, in Haushaltsfolie einpacken und im Kühlschrank rasten lassen.

Zubereitung Fülle:
Rhabarber waschen, die Enden abschneiden, schälen und in Stücke schneiden. Erdbeeren waschen, trocken tupfen, die Stielansätze entfernen und vierteln. Früchte mit braunem Zucker, Vanillezucker, Zitronenabrieb und Vanillepuddingpulver in einer Schüssel vermischen und eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen. Eventuelle manchmal umrühren.


Fertigstellung:
Backofen auf 200°C vorheizen. Tarteform befetten und bemehlen.

Die Teighälften aus dem Kühlschrank nehmen. Einen Bogen Backpapier etwas bemehlen, eine Teighälfte darauf platzieren, diese leicht bemehlen, und mit einem weiteren Bogen Backpapier abdecken. Den Teig auf Größe der Tarteform auswalken. Das obere Backpapier abziehen, und mit Hilfe der umgedrehten Tarteform die Teigplatte "ausstechen"- das wird dann die "Decke" des Kuchens. Wichtig: bitte ausprobieren, ob sich das Teigblatt gut vom unteren Backpapier löst- dann kann man es problemlos und ohne gröbere Schwierigkeiten auf dem Kuchen platzieren.

Mit der zweiten Teighälfte gleich verfahren. Teig zwischen 2 Bögen Backpapier legen (bemehlen nicht vergessen) und ETWAS GRÖSSER als den Durchmesser der Tarteform auswalken- damit man den Teig am Rand etwas nach oben ziehen kann.
Oberes Backpapier abziehen, nun den ausgewalkten Teig schwungvoll in die Tarteform verfrachten. Es ist nicht so schlimm, wenn der Teig bricht- man kann den Teig dann mit den Händen/Fingern noch in Form bringen. Den Teig an den Rändern hochziehen.

Die Fruchtfülle wird jetzt etwas Flüssigkeit verloren haben. Diese Flüssigkeit in der Schüssel zurücklassen und nur die Früchte auf dem Teig in der Tarteform gleichmäßig verteilen.

Nun kommt die schwierigste Übung: die "Teig-Decke" vorsichtig auf die Fülle legen und das Backpapier VORSICHTIG abziehen. Mit den Fingern die Decke verschließen.

Die Oberfläche mit dem übrigen verquirlten Ei bestreichen, und mit einer Gabel in regelmäßigen Abständen einstechen.
Den Kuchen ca. 40 - 45 Minuten backen, bist die Oberfläche schön goldbraun ist.

Man sollte den gedeckten Erdbeer-Rhabarberkuchen ca. 3 Stunden auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, damit die Fülle fest wird.

Ausgekühlt mit viel Sahne genießen.
 
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